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Einführung

Zur Geschichte der Albertstadt [1]

Ihre Geschichte beginnt 1867 mit dem Eintritt Sachsens in den Norddeutschen Bund.
Das Königlich Sächsische Heer, als ein Bestandteil gesamtdeutscher Streitkräfte, wird modernisiert und zahlenmäßig verstärkt. Der Zustand und die begrenzte Kapazität der alten Kasernen, macht deshalb die Entscheidung im Norden, vor den Toren Dresdens, neue und großzügige Kasernenanlagen zu bauen, unumgänglich.
Bis 1879 sind alle wichtigen, zu einer modernen Kasernenstadt gehörenden Bauwerke fertig gestellt. Endgültig abgeschlossen sind die Bauarbeiten erst 1911, nach der Übergabe eines eigenen Wasserwerkes, des Garnisonsfriedhofes und eines Soldatenheimes an die Heeresverwaltung.

Die Niederlagen Deutschlands in zwei Weltkriegen prägen die Geschichte der Albertstadt. Nach 1945 werden große Teile von den sowjetischen Besatzungstruppen genutzt, ab 1956 auch von der NVA und der Bereitschaftspolizei. Die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 ist ein weiterer Einschnitt. Danach tritt die Heimatschutzbrigade 37 für kurze Zeit, als Zwischennutzer in Erscheinung. Heute erinnern die Offizierschule des Heeres und das Militärhistorische Museum der Bundeswehr an die einstige Bedeutung der Albertstadt, als eine der größten Kasernenstädte Deutschlands. Das einst so geschlossene, kriegerisch geprägte Erscheinungsbild des Dresdner Nordens hat sich durch die Ansiedlung verschiedener Institutionen völlig verwandelt.
 

Chronik der Albertstadt

1867
 
Eintritt Sachsens in den Norddeutschen Bund,
Dresden wird drittgrößte deutsche Garnisonsstadt.
1868 bis 1871
 
Bau einer großen Schützenkaserne vor der Stadt (Alaunplatz).
ab 1871
 
 
 
Bewilligung von 15 Millionen Reichsmark für eine von Kriegsminister General v. Fabrice geplante und nach König Albert benannte Garnison am Rande der Dresdner Heide.
1873 bis 1879
 
Fertigstellung aller wesentlichen Kasernen und Garnisonsanstalten
um 1911
 
 
 
Die Konzentration aller Militärbauten in einem riesigen Areal (360 ha), ihre städtebauliche Struktur und architektonische Gestaltung sind einzigartig in Deutschland.
1914
 
Am Vorabend des I. Weltkrieges sind um die 15.000 Mann in der Albertstadt stationiert.
1924 bis 1926
 
Die ehemalige Kadettenanstalt wird zur Infanterieschule der Reichswehr ausgebaut.
1933 bis 1945
 
Die durch Um- und Neubauten modernisierte Albertstadt ist das Zentrum des Militärstandortes Dresden.
1945 bis 1990
 
 
Viele Militärbauten der im II. Weltkrieg wenig zerstörten Albertstadt werden durch die Rote Armee und die bewaffneten Organe der DDR genutzt.
ab 1945
 
 
 
 
 
 
Die St. Martin-Kirche (ehemals Garnisonskirche) wird in den Status der Zivilkirche erhoben. 1967/68 wird der evangelische Teil der Kirche aufgegeben, dient fortan als Fundus des Staatstheaters und wird auch als Lager der Puppentheatersammlung genutzt. Der katholische Teil der Kirche ist seither ohne Unterbrechung geöffnet und steht als Gottesdienstraum zur Verfügung.
1990
 
 
 
 
 
 
 
3.Oktober: Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten erfolgte die Auflösung der NVA. Die Bundeswehr stationiert den Stab der neu formierten Heimatschutzbrigade 37 in den historischen Gebäuden der sächsischen Kadettenanstalt und des Garnisonslazaretts. 1995 wird der Stab nach Frankenberg verlegt, um so die Voraussetzungen für den Aufbau der Offizierschule des Heeres zu schaffen.
1991 bis 1995
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nach dem Abzug der Westgruppe der russischen Truppen und der Auflösung der NVA werden Kasernen u. a. militärische Bauten für zivile Nutzungen saniert.
Das Armeemuseum der DDR (Liegenschaft, Sammlung, Ausstellungen und wesentliche Teile des Personals) wird von der Bundeswehr übernommen. Seitens des BMVg fällt der Entschluss, das in "Militärhistorisches Museum der Bundeswehr" umbenannte Haus baulich aufwendig zu sanieren. Auf der Grundlage der Konzeption für das Museumswesen der Bundeswehr von 1994 wird es zum Leitmuseum im Museumsverbund der Bundeswehr ausgebaut.
1991
 
 
 
Das Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen bezieht das historische Gebäude am Olbrichtplatz, das später in der Zeit von 1992 - 1994 bei laufendem Betrieb umfangreich saniert wird.
1995 bis 1998
 
 
 
 
 
 
Die Sanierung der historischen Gebäude der sächsischen Kadettenanstalt und des Garnisonslazaretts für die Offizierschule des Heeres werden durchgeführt. Auf dem Gelände der ehemaligen Friedrich-August-Kaserne, wo massiv Gebäude abgerissen werden, entstehen darüber hinaus auch wieder Neubauten.
1996
 
 
 
 
 
 
Nach Sanierung des Gebäudes im Oktober des Jahres ziehen sowohl das Regierungspräsidium Dresden als auch das Landesamt für Finanzen gemeinsam mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten von Sachsen in die ehemalige Kaserne des
101. Kaisergrenadierregiments am östlichen Ende der Stauffenbergallee ein.
1998
 
 
 
 
 
 
Am 14. September wird Dresden Standort der Offizierschule des Heeres. Davor befand sie sich seit 1956 in Hannover.
Nach Abschluss der denkmalgerechten Sanierung bezieht die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin das Gebäude des ehemaligen Sächsischen Militärgerichts in der Proschübelstraße.
1999
 
 
 
 
Das MDR LANDESFUNKHAUS SACHSEN bezieht die ehemalige Kaserne des Ersten Königlich-Sächsischen Pionierbataillons Nr. 12. Somit gehen MDR RADIO 1 SACHSEN und MDR SACHSENSPIEGEL aus dem neuen Landesfunkhaus auf Sendung.
1999 bis 2002
 
 
 
 
 
 
Umbau und Sanierung unter Bewahrung und Wiederherstellung der historischen Fassade und der Dachform des Gebäudes Olbrichtplatz 1.
Auf ca. 5.600 m² Hauptnutzfläche werden die Abteilungen Grundbuchamt, Zwangsversteigerung, Insolvenz, Zwangsvollstreckung und Registergericht des Amtsgerichts untergebracht.
seit 1999
 
 
 
 
Bis heute wird die St. Martin-Kirche umfangreich restauriert. Abgeschlossen sind die Sanierungsarbeiten der Außenhaut sowie an Turm und Dach. Die Orgel ist seit 2004 wieder in Betrieb, und seit 2005 wird die Restaurierung der Innenmalereien vorgenommen.
2000
 
 
 
Im Mai des Jahres wird die Liegenschaft der neuen Justizvollzugsanstalt übernommen, die mit dem Bezug am 20. September im Hammerweg ihren festen Standort in der Albertstadt gefunden hat.
2000
 
Das Verteidigungsbezirkskommandos 76 findet seinen Standort in der Albertstadtkaserne.
2003
 
 
 
 
Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten von Sachsen wird aus dem Landesamt für Finanzen herausgelöst, in einen eigenständigen Staatsbetrieb gewandelt und zieht in das ehemalige Torhaus an der Stauffenbergallee ein.
2004
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (Arsenalgebäude) wird nach Plänen von Daniel Libeskind umgebaut.
Im Torhaus am Olbrichtplatz wird die ständige Ausstellung des Arbeitskreises Sächsische Militärgeschichte e. V. zum militärischen Widerstand gegen Hitler eröffnet.
Am 02.10. findet der erste Tag der offenen Albertstadt, an dem 14 zivile und militärische Dienststellen, Ämter, Behörden und Institutionen ihre Türen öffneten, statt. Die Besucherzahl wird auf ca. 18.000 geschätzt.
2001 bis 2005
 
 
 
 
Das Depot des Militärhistorischen Museums in der Königsbrücker Straße auf dem Gelände des ehemaligen Festungsgefängnisses der Albertstadt, später des Sanitätsbataillons 17 der NVA, wird saniert bzw. neu gebaut.
2004 bis 2005
 
 
Im November 2004 bezieht das Hauptzollamt Dresden die Liegenschaft in der Albertstadt; im Juni 2005 folgt das Zollfahndungsamt Dresden.
2004 bis 2006
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die ehemaligen Kasernen in der Hans-Oster-Straße werden saniert und zum Fachgerichtszentrum Dresden umgebaut. Im November 2006 beziehen das Arbeits- gericht Dresden und das Sozialgericht Dresden das größere, 1913 erbaute Gebäude neben der ehemaligen Garnisonskirche, in dem sich auch die gemeinsam genutzten Sitzungssäle und die Fachgerichtsbibliothek befinden.
Das Verwaltungsgericht Dresden ist fortan in dem kleineren neogothischen Gebäude aus dem Jahr 1878 untergebracht.
2011
 
 
 
 
 
Im Oktober 2011 eröffnet das von dem amerikanischen Architekten Daniel Libeskínd umgebaute Militärhistorische Museum der Bundeswehr seine neue Dauerausstellung. Mit über 10.000 Exponaten wird darin Gewalt als ein historisches, kulturelles und anthropologisches Phänomen thematisiert.
2013
 
Am 14. September wird die Alberstadtkaserne in Graf-Stauffenberg-Kaserne umbenannt.
2015
 
 
Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bezieht seinen Standort im ehemaligen Kasernengebäude der Stauffenbergallee 24.
2016
 
 
 
Die Feuer- und Rettungswache Albertstadt wird am 25. April offiziell in Betrieb genommen.
Der Gebäudekomplex ersetzt die Wache in der Dresdner Louisenstraße.
1 Benannt nach König Albert, sächsischer Regent 1873-1902